Immer mehr Menschen ernähren sich vegan – sei es aus gesundheitlichen oder ethischen Gründen. Vor allem die Massentierhaltung bewegt Tierfreunde dazu, auf tierische Produkte gänzlich zu verzichten. Hundebesitzer geraten jedoch oftmals in eine Zwickmühle, wenn sie selbst zwar kein Fleisch essen, ihren Vierbeiner aber mit fleischhaltigem Hundefutter füttern. Sie suchen nach Alternativen und versuchen, auch ihren Hund vegan zu ernähren – doch ist das überhaupt gesund und artgerecht? Folgender Artikel klärt auf und hält so manchen Tipp für die vegane Hundeernährung bereit.

Ist eine vegane Hundeernährung überhaupt artgerecht?

Artgerecht ist eine Hundeernährung immer dann, wenn der Hund mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Es darf also nicht zu Mangelerscheinungen kommen. Gegen eine Ernährung, die frei von tierischen Bestandteilen ist, ist also grundsätzlich nichts einzuwenden, sofern darauf geachtet wird, dass der Vierbeiner alle notwendigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente erhält. Die vegane Hundeernährung kommt daher nicht ohne Nahrungsergänzungsmittel in Form von Pulvern, Tabletten oder Tropfen aus.

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Warum legen so viele Hundebesitzer Wert auf eine vegane Hundeernährung?

Die möglichen Gründe für eine vegane Hundeernährung sind vielfältig. Meist nehmen die Hundehalter aus ethischen Gründen Abstand von konventionellem Hundefutter – vor allem die Massentierhaltung, aber auch grausame Tiertransporte wecken in ihnen den Wunsch, auch in puncto Hundeernährung gänzlich auf Fleisch und tierische Produkte zu verzichten. Andere entscheiden sich vorrangig aus gesundheitlichen Gründen gegen eine fleischhaltige Fütterung. So leiden heute wesentlich mehr Hunde unter Futtermittelallergien als noch vor einigen Jahren oder Jahrzehnten. Denn: Welche Inhaltsstoffe genau in Hundefutter enthalten sind, lässt sich häufig gar nicht so genau sagen. Konservierungsstoffe, Lockstoffe und Zuckerzusätze können den Hund langfristig krank machen und das Risiko für Futtermittelallergien und andere Erkrankungen deutlich erhöhen. Reagiert das Tier auf Hundefutter erst einmal mit Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall und Verdauungsbeschwerden, ist es schwierig, ein gut verträgliches Futter zu finden. Die vegane Hundeernährung stellt auch in diesem Fall eine sinnvolle Alternative dar.

Fertigfutter vs. selbst gekochtes Futter

Wer sich für eine vegane Hundeernährung entscheidet, kann entweder zu veganem Fertigfutter greifen oder die Mahlzeiten für den Vierbeiner selbst zubereiten. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Veganes Fertigfutter besteht meist aus Gemüse, Reis, Nudeln und Kartoffeln. Es wird ebenso wie fleischhaltiges Fertigfutter in der Produktion mit Nährstoffen angereichert – also mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Leider enthalten die Produkte auch häufig Konservierungsmittel, die zwar grundsätzlich nicht schädlich sind, bei Hunden mit Futtermittelallergien aber zu Beschwerden führen können.

Hundehalter, die genau wissen möchten, was im Hundefutter enthalten ist, bereiten die vegane Hundenahrung ganz einfach selbst zu. Damit es nicht zu Mangelerscheinungen kommt, ist jedoch jede Menge Know-how erforderlich. So muss das Futter mit Nahrungsergänzungsmitteln angereichert werden – hier die richtige Dosis zu finden, ist jedoch oftmals gar nicht so einfach. Hunde, die vegan ernährt werden, sollten daher (vor allem in der Anfangszeit) regelmäßig einem Tierarzt vorgestellt werden. Ein großes Blutbild gibt Aufschluss darüber, ob alle wichtigen Nährstoffe in ausreichender Konzentration vorhanden sind oder ob Handlungsbedarf besteht.

Kann fleischhaltiges Futter den Hund krank machen?

Wenn es um die Frage geht, ob fleischhaltiges Futter den Hund krank machen kann, scheiden sich die Geister. Viele Hundehalter füttern ihren Hund über viele Jahre mit gekauftem Dosen- oder Trockenfutter, und der Hund erfreut sich Zeit seines Lebens großer Gesundheit. Andere Vierbeiner entwickeln hingegen bereits in jungen Jahren Futtermittelallergien, die ihre Lebensqualität stark beeinträchtigen können. Fakt ist: Das in Tiernahrung enthaltene Fleisch stammt in den meisten Fällen aus Massentierhaltung. Es enthält viele Bestandteile, die für den Menschen nicht geeignet sind, also beispielsweise Mägen, Häute, Blut und Därme. All das wird auf dem Etikett natürlich nicht angegeben – stattdessen findet der Hundefreund hier nur den Hinweis „25 Prozent Geflügel“ oder „tierische Nebenerzeugnisse“. Auch Untersuchungen haben wiederholt gezeigt, dass die Etiketten auf Dosen und Trockenfutterbeuteln oftmals nicht halten, was sie versprechen. Es gibt jedoch noch ein weiteres Problem: Fleischhaltiges Futter kann Rückstände von Antibiotika und andere gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten. Dies könnte eine Erklärung dafür sein, dass seit Entstehung der Tierfuttermittelindustrie immer mehr Hunde unter Übergewicht leiden oder an Tumoren erkranken. Im Vergleich dazu haben Studien auch ergeben, dass vegan ernährte Hunde meist gesund sind – sofern ihr Nährstoffbedarf optimal gedeckt wird. Auch ein zu niedriger Eisen- oder Vitamin-B12-Wert trat bei den Untersuchungen nur in seltenen Fällen auf.

Veganes Hundefutter selbst herstellen: Tipps

Mit etwas Übung ist es nicht schwierig, veganes Hundefutter selbst herzustellen. Jede Mahlzeit muss die korrekte Menge an Proteinen, Kohlenhydraten, Gemüse, Öl und zusätzlichen Nährstoffen enthalten. Etwa 40 Prozent sollten aus Kohlenhydraten bestehen – also beispielsweise aus Nudeln, Reis, Kartoffeln, Quinoa oder Polenta. Auch Haferflocken sind geeignet, zumal sie auch zur Bindung der einzelnen Bestandteile dienen. Eiweiß sollte ein Drittel der veganen Hundemahlzeit ausmachen. Hülsenfrüchte sind sehr proteinreich und daher gut geeignet – getrocknete Hülsenfrüchte müssen jedoch zunächst eingeweicht und gekocht werden, damit der Hund sie verdauen kann. Alternativ können Hundefreunde auch zu Hülsenfrüchten aus der Dose greifen. Diese können bei Bedarf zerkleinert oder gestampft werden, denn dann sind sie besser verdaulich. Bei sehr empfindlichen Hundemägen kann es auch sinnvoll sein, dem Futter etwas Kümmel oder Bohnenkraut unterzumischen, um die Verdauung ein wenig anzuregen.

Auch Gemüse darf in der veganen Hundeernährung nicht fehlen: Etwa 27 Prozent des Futters sollte aus bunt gemischten Gemüsesorten bestehen. Erlaubt ist alles, was der Hund mag und verträgt, zum Beispiel Karotte, Kürbis oder auch Zucchini und Wirsing. Wichtig: Nicht nur Rohkost füttern, sondern auch gekochtes Gemüse reichen, denn dieses ist für den Hund wesentlich besser verwertbar. Des Weiteren ist Öl ein wichtiger Bestandteil einer veganen Hundemahlzeit. Infrage kommen beispielsweise kaltgepresstes Olivenöl, Leinöl, Rapsöl und Sonnenblumenöl. Wie bereits erwähnt, sind auch Nahrungsergänzungsmittel unverzichtbar. Im Fachhandel finden Hundehalter Produkte, die speziell für die vegane Hundeernährung konzipiert wurden. Diese enthalten meist Vitamin B12, L-Carnitin, Taurin und andere wichtige Nährstoffe, damit der Hund gesund bleibt und es nicht zu Mangelerscheinungen kommt.

Welche Nahrungsmittel sind für die vegane Hundeernährung nicht geeignet?

Wer seinen Hund vegan ernährt, kann auf besonders viele Lebensmittel zugreifen und die täglichen Mahlzeiten seines Vierbeiners abwechslungsreich gestalten. Doch Vorsicht: Viele Nahrungsmittel sind für den Hund keinesfalls geeignet! Dies gilt vor allem für Schokolade, die das für den Hund giftige Theobromin enthält. Zucker macht den Hund dick und zerstört langfristig die Zähne. Was viele nicht wissen: Auch scheinbar gesunde Weintrauben und Rosinen sind für den Hund Gift und können zu schweren Nierenschäden führen. Zwiebeln enthalten hingegen Schwefelstoffe, die die roten Blutkörperchen des Hundes zerstören können. Auch bei Steinobst ist Vorsicht geboten, denn die Steine könnten vom Hund verschluckt werden. Sollte der Hund sie zerbeißen, entsteht giftige Blausäure, die schlimmstenfalls zum Tod führen kann.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine vegane Hundeernährung ohne gesundheitliche Einschränkungen möglich ist. Allerdings gibt es noch keine Langzeitstudien, die eine Aussage darüber treffen, wie sich eine fleischlose Ernährung langfristig auf Gesundheit und Vitalität eines Hundes auswirken. Außerdem sollten Hundefreunde bedenken, dass das Risiko für Mangelerscheinungen groß ist. Wer seinen Hund vegan ernähren möchte, sollte sich also umfassend mit dem Thema beschäftigen und sich vor der Futterumstellung gut über Inhaltsstoffe und Nahrungsergänzungsmittel informieren. Auch regelmäßige Check-ups beim Tierarzt sind unerlässlich, um bei Ernährungsfehlern schnell gegensteuern zu können.